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Tipps & Tricks für tolle Videos

 

90% aller Fehler passieren bei der Aufnahme!

 

 

Videofilme sollen das Erlebte dauerhaft konservieren. Doch unbearbeitet wird sich keiner das Material gern ansehen. Wer möchte schon den Geburtstag der Großmutter als dreistündigen Film sehen? Schneiden ist angesagt. Doch um sich viel Zeit und Arbeit dabei zu ersparen, sollte man direkt beim Filmen einige Tipps beachten, die hier zusammengestellt sind.

Wer gut vorbereitet ist, hat schon fast gewonnen. Denn nur wer im Vorfeld genau weiß, was und wie er filmen will, hat am Ende auch die Aufnahmen für einen interessanten Videofilm "im Kasten".

 

Gute Vorbereitung ist unerlässlich!

 

Wenn Sie beispielsweise einen Geburtstag oder eine Hochzeit filmen wollen, informieren Sie sich über die Drehorte, deren Licht- und Tonverhältnisse. Machen Sie Probeaufnahmen, um die richtigen Einstellungen und Schwenks zu finden. Experimentieren Sie dabei! Vielleicht lässt sich eine der Probeaufnahmen später als Lückenfüller verwenden.

Erstellen Sie einen Ablaufplan, damit Sie genau wissen, wann was passiert und Sie genau richtig mit Ihrer Kamera zur Stelle sind. Das sogenannte Storyboard ist dabei eine große Hilfe. Tragen Sie dort die Einstellungen ein, die Sie bei der Probeaufnahme ermittelt haben, notieren Sie sich den idealen Standort, die Lichtverhältnisse und alles über die Szene.

 

Tipps für bessere Aufnahmen

 

Mit ein paar einfachen Tricks ist es möglich, seinen Film spannender zu gestalten. In den meisten Fällen wird nämlich einfach drauflos gefilmt. Fehler sind dann unvermeidlich. Nehmen Sie sich ein wenig Zeit und überdenken Sie die Aufnahmen. Hier ein paar Tipps für bessere Videofilme.

 

Tipp 1: Zoom und Schwenk sparsam einsetzen!

Nicht nur Einsteiger, sondern auch fortgeschrittene Videofilmer neigen dazu, viel zu häufig zu zoomen und zu schwenken. Der Zoom ist eine unnatürliche Seherfahrung. Aus diesem Grund sollte man damit nur sehr sparsam umgehen. Selbstverständlich kann dieses Hilfsmittel dazu benutzt werden, um entsprechende Bildausschnitte zu betonen - beispielsweise, um einen Ausschnitt einer Landschaft ideal zu "komponieren" oder einen Redner aus der Ferne optimal ins Bild zu setzen.

Endlose Zoomfahrten wirken aber eher störend und sollten daher vermieden werden.  Beim genauen Betrachten von Spielfilmen fällt auf, dass der Zoom hier gar nicht zum Einsatz kommt. Stattdessen wird der Standort der Kamera im Raum mittels der "Kamerafahrt" geändert, weil diese einer natürlichen Seherfahrung eher entspricht als der "künstliche" Zoom.

Auch mit dem Kameraschwenk sollten Sie sehr sparsam umgehen. Nichts ist störender für Ihren Zuschauer als endlose Schwenks - zum Beispiel, wenn Sie eine Landschaft filmen. Zerlegen Sie stattdessen die Aufnahme mit unterschiedlichen Einstellungen in mehrere Teile. Das wirkt für Ihre Zuschauer viel interessanter als 270-Grad-Schwenks durch den Raum. In der Praxis achtet man darauf, einen Schwenkbereich von 90 bis 120 Grad nicht zu überschreiten.

nzipiell gilt: Wenn sich ein Objekt vor der Kamera bewegt, sollte die Kamera keine zusätzlichen Bewegungen ausführen. Ausnahme: Bei der Produktion eines Übergangs kann von dem bewegten Objekt in eine neutrale Bildeinstellung geschwenkt werden (oder umgekehrt ein Schwenk aus einem neutralen Bild kommend in eine bewegte Situation). So ist für den späteren Schnitt ein eleganter Übergang garantiert. Auch bei "toten Objekten" wie beispielsweise einer Landschaft sollten Zoom und Schwenk sehr überlegt und sparsam eingesetzt werden.

 

Tipp 2: Stativ verwenden!

Trotz moderner Kameramechanismen, die verwackelte Bilder regulieren können, erhalten Ihre Filme einen professionellen Touch, wenn Sie ein Stativ verwenden. Beschränken Sie den Einsatz einer "Handkamera" auf das Notwendigste: auf Situationen, in denen man am Drehort viel Mobilität braucht oder einfach keinen Platz hat. Auch dann, wenn man kurze Statements von Politikern, Managern oder "Promis" mit der Kamera (quasi im Vorbeigehen) einfangen möchte.

Wird die Handkamera eingesetzt, versuchen Sie durch örtliche Gegebenheiten zusätzlichen Halt zu finden. Sich selber oder die Kamera an einem Geländer, einem Baum oder einer Wand abzustützen sorgt für mehr Bildruhe und mehr Qualität.

Gute Stative kosten 600 Euro und mehr. Das Herzstück eines Stativs ist der sogenannte Videoneiger, der 80 bis 90 Prozent des Preises ausmacht. Ab einer Preisklasse von 800 Euro bis 1.000 Euro besitzen die Videoneiger sehr gute Gleiteigenschaften, die professionelles Arbeiten ermöglichen. Für den privaten Gebrauch reicht aber auch ein Stativ in wesentlich niedrigeren Preisklassen!

Empfehlenswert sind Stative mit integrierter Fernbedienung. Zoom und Schärfe lassen sich vom Schwenkhebel aus bedienen. Der Vorteil: Sie müssen nicht mehr mit der Hand an die Kamera und vermeiden dadurch kleine Verwackler. Wenn Sie kein großes Budget dafür haben, behelfen Sie sich mit einem Stativ aus dem Amateurbereich. Lieber ein billiges Stativ als gar keines. Im Wesentlichen kommt es nur auf eines an: die Bildruhe.

Das Schwenken und Zoomen sollte sich in Grenzen halten. Im professionellen Film wird die Handkamera auf einer Steadycam verschraubt. Die Kamera wird durch gefederte Aufhängung und vor allem ein Gegengewicht stabilisiert. Der Unterschied ist dramatisch.

 

Tipp 3: Übergänge planen!

Beim späteren Schneiden zeigen sich oft handwerkliche Fehler aus dem Drehtag. Hier ein paar Tipps, wie sich die Arbeit vereinfachen lässt. Lassen Sie bei allen Aufnahmen genügend "Fleisch". Wenn Sie eine Landschaft filmen, lassen Sie die Aufnahme ruhig 30 Sekunden stehen. Wenn Sie eine Kamerabewegung planen, lassen Sie die Aufnahme zu Beginn und am Ende des Zooms oder Schwenks mindestens zehn Sekunden stehen. Damit gewinnen Sie aus einer Aufnahme mehrere Einstellungen, die Sie verwenden können. Auch wenn die Kamerabewegung misslingt, ist das Material dann noch verwendbar.

Denken Sie daran, inhaltliche Übergänge zu schaffen. Leiten Sie beispielsweise bei einer Reportage jede Aufnahme ein. Führen Sie den Betrachter an das Geschehen heran, etwa durch einen einleitenden Schwenk. Professionelle Kameramänner versehen jede ihrer Aufnahmen mit einer kurzen Einleitung und einem Schluss. Diese Übergänge können Sie dann ideal für inhaltliche Überleitungen beim Schnitt verwenden. Für diesen Zweck ist eine Kamerabewegung (Schwenk/Zoom) sinnvoll, die sonst eher vermieden werden sollte.

 

Tipp 4: Die passenden Einstellungen!

Die folgenden Einstellungsmöglichkeiten sollten Sie beim Filmen nutzen:

  • Sonnenlicht ausfiltern
  • Der manuelle Weißabgleich sollte beim Übergang von Tageslicht zu Kunstlicht und bei Mischlicht genutzt werden. Ein Wechsel der Farbtemperatur (zwischen Tages- und Kunstlicht oder bei Mischlicht) führt häufig zu Farbstichen. So tritt ein Gelbstich auf, wenn Sie von Tages- zu Kunstlicht wechseln. Hier empfiehlt sich die manuelle Einstellung des Weißabgleichs mit einem weißen Blatt oder einer weißen Wand, wenn dies die Kamera erlaubt.
  • Die Zebra-Ansicht (bei den meisten besseren Videokameras) verhindert Übersteuerung und ein Ausfransen der hellen Stellen des Bildes.
  • Um die Schärfe (Fokus) richtig einzustellen, ist es manchmal nötig, den Autofokus abzuschalten, auch wenn die manuelle Fokussierung einen ungleich größeren Arbeitsaufwand bedeutet.

 

Tipp 5: Es werde Licht!

Ein guter Tag für einen Außendreh ist ein bewölkter oder bedeckter Tag. Der Grund: Es ist dann alles schön gleichmäßig "ausgeleuchtet". Beim Filmen von Personen in der Natur erweist sich ein Sonnenreflektor, der die Gesichter gleichmäßig ausleuchtet, als nützlich.

Generell ist gezielter, zum Beispiel seitlicher Lichteinfall (morgens oder abends), besser als grelles Licht (mittags), da Gegenstände und Gesichter klarer konturiert und erkennbar sind. Grelles Licht sollte auch vermieden werden, weil Videos wesentlich empfindlicher auf Überbelichtung reagieren als klassische Filme. Komplizierter wird es im Innenbereich. Um Personen auszuleuchten, die im kurzen Abstand vor der Kamera stehen, genügt oft ein Kopflicht.

Geht es um die Ausleuchtung ganzer Räume oder Bühnen, benutzen Sie am besten starke Scheinwerfer mit Diffusor. Das Ziel besteht darin, eine möglichst gleichmäßige Ausleuchtung ohne Schatten im Gesicht oder hinter den Darstellern zu erzeugen. Planen Sie zur Ausleuchtung viel Zeit ein.

 

Tipp 6: Achsensprünge vermeiden!

Eine der wichtigsten Regeln im Film ist es, Achsensprünge zu vermeiden. Ein Beispiel: Kamera 1 ist am Spielfeldrand eines Fußballspieles positioniert. Die Spielrichtung unserer Mannschaft im Bildschirm ist von rechts nach links. Wird eine zweite Kamera auf der gegenüberliegenden Seite des Spielfeldes platziert, fängt diese unsere Mannschaft von links nach rechts spielend ein.

Schneiden Sie nun zwischen den beiden Positionen, wechselt die Spielrichtung hin und her. Es entsteht ein typischer Achsensprung, der beim Zuschauer für Verwirrung sorgt. Die Kamera- oder Einstellungsstandorte sollten also immer entlang eines Radius von 180 Grad Ihres Geschehens verlaufen. So vermeiden Sie den gefürchteten Achsensprung.

 

Tipp 7: Filmen mit zwei Kameras!

Große Feiern wie Hochzeiten oder Geburtstage filmt man am besten mit zwei Kameras. So können später beim Schnitt verschiedene Perspektiven derselben Szene gezeigt werden, wie beispielsweise bei Ansprachen.

Hier ist der Ton immens wichtig. Verwenden Sie ein externes Mikrofon und platzieren Sie es so, dass es von der Kamera nicht gesehen wird. Wenn Sie kein zusätzliches Mikro besitzen, platzieren Sie eine Kamera möglichst nahe an den Sprechenden. Die zweite steht dann entfernt, mitunter auch nach links oder rechts versetzt. Beim späteren Schnitt werden Sie dann den Ton nur von der Kamera verwenden, die am nächsten am Geschehen war und dadurch die Rede am besten eingefangen hat.

Um das Ganze lippensynchron zu schneiden, greifen Sie zu einem Trick, den auch die Profis verwenden: die Filmklappe. Durch die Bewegung und dem Klappton lassen sich die Szenen der beiden Kameras so leichter synchron im Schnittprogramm anordnen. Haben Sie keine Filmklappe zur Verfügung, stellen Sie sich so in den Raum, dass Sie von beiden Kameras eingefangen werden. Starten Sie die Aufnahme bei beiden Camcordern, stellen Sie sich auf den ausgesuchten Platz und klatschen Sie mit einer großen theatralischen Geste mehrmals in die Hand.

Achten sie auch darauf, dass beide Kameras mit identischen Einstellungen filmen. Es sollten, wenn möglich, keine Farb- und Helligkeitsunterschiede zwischen den Aufnahmen der beiden Kameras produziert werden. Diese lassen sich zwar später im Schnittprogramm korrigieren, das ist aber zeitaufwendig und erfordert Erfahrung und Fingerspitzengefühl.

 

Tipp 8: Der Ton macht die Musik!

Leider spielt in der Prioritätenliste vieler aktiver Videoproduzenten der Ton nur eine untergeordnete Rolle. Zu Unrecht: Denken Sie etwa an das wohlklingende Rauschen eines Wasserfalles, das beruhigende Plätschern eines Baches oder die Tonkulisse eines Fußballstadions. Oft genügt das Kameramikro für den sogenannten O-Ton aus. Es gibt aber Ausnahmesituationen, in denen Sie zu einem externen Mikrofon greifen sollten. Für ein Interview verwenden Sie am besten ein gutes Richtmikrofon, welches Sie in ca. 20 bis 30 Zentimeter Abstand zum Redner halten. Gerade so weit entfernt, dass das Mikro nicht im Bild zu sehen ist. Ist der Abstand zwischen Redner und Kamera zu groß, empfiehlt sich der Einsatz eines Funkmikrofons.

Den Ton nehmen die Zuschauer oft unbewusst wahr. Sie empfinden einen störenden Hall im Raum oder Störgeräusche bei Außendrehs (wie Verkehrslärm oder Wind) bei Interviews oder Dialogen oft als unprofessionell.

Widmen Sie daher dem Ton beim Dreh und in der Nachbearbeitung ein großes Maß an Zeit und Sorgfalt. Vermeiden Sie Tonsprünge und pegeln Sie den Ton am Schnittplatz so ein, dass eine gleichmäßige Geräuschkulisse entsteht.

 

Tipp 9: Effekte beim Filmen vermeiden!

Auch wenn viele Camcorder es erlauben, Effekte wie Fade In oder Out beim Filmen einzusetzen, lassen Sie die Finger davon. Filmen Sie lieber mit mehr "Fleisch" (siehe "Übergänge planen), denn dann können Sie Ein- und Ausblendung später beim Schnitt platzieren und Sie haben immer noch die Originalaufnahme ohne Effekt und bleiben dadurch bei der Nachbearbeitung flexibel.

Auch Farbeffekte oder ähnliches können Sie, falls gewünscht, später beim Schnitt realisieren. Denn wenn ein Farbeffekt erst einmal mit dem Camcorder aufgenommen wurde, lässt er sich nicht mehr vom Videoclip entfernen. In diesem Fall muss man sehr sicher sein, dass man den Effekt auch wirklich will.

 

3. Material sichten!

 

Wenn alle Ihre Aufnahmen "im Kasten" sind, können Sie schon mal vorab sichten, wie die Szenen gelungen sind. Dazu bietet sich der Camcorder-Monitor aber nur bedingt an. Sie können dort zwar die Clips sehen, aber Schärfe, Farben und Kontrast lassen sich nur schwer beurteilen. Schließen Sie Ihren Camcorder an ein TV-Gerät an.

Legen Sie Zettel und Stift bereit. Notieren Sie sich beim Anschauen der Clips Zählstand und nähere Informationen zur Szene wie "Am Strand: Schwenk von links nach rechts". Anhand der Liste können Sie später schneller die gewünschten Videos auf Festplatte kopieren, ohne dass Sie sich das komplette Material erneut ansehen müssen.

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